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Bollywood Spirit presents Panjabi MC im Hühnerposten am 17.11.2006 |
Bollywood Spirit presents Panjabi MC im Hühnerposten am 17.11.2006
Bollywood Spirit bringt einen Indischen Superstar nach Hamburg. PANJABI MC live am 17.11.2006 im Hamburger Hühnerposten.
Anfänglich wurde der jetzige Superstar in der Musikszene als INDIAN MC bezeichnet. Nachdem er immer bekannter wurde und seine Produktionen nicht nur den musikalischen Underground begeisterten, musste ein passender und spezieller Name her. Da er neben englischen Lyrics auch in seiner Heimatsprache „Panjabi“ rapt wurde sein neuer Name schnell gefunden: PANJABI MC.
Zu seinem weltweiten Erfolg haben mehrere musikalische Einflüssen geführt. Aus der westlichen Welt waren es z.B. James Brown, KRS1, Dr.Dre and Bob Marley. Gemischt mit dem Einfluss musikalischer Legenden seiner indischen Kultur hat Panjabi MC eine ganz neue Musikrichtung kreiert.
Im Jahr 2002 dann der große Durchbruch mit seinem Welthit "Mundian To Bach Ke". Spätestens jetzt konnte sich niemand mehr dem indischen Rhythmus in der Pop Kultur entziehen. Panjabi MC ist weltweit in den Clubs, auf Festivals und im Fernsehen zu sehen. Auch viele Top Künstler sprangen auf den Zug auf, z.B. rapte JayZ in einem Video als Support.
In den letzten zwei Jahren räumte Panjabi MC zahlreiche Awards ab. Hier einige Bespiele: Best Dance Act bei MTV Europe, UK Act of the Year und Best Dance Track in Deutschland, Italien und der Schweiz.
Nicht nur für eingefleischte Bollywood Fans ist dieser Abend „The Place To Be“ in Hamburg.
Key Facts: FR, 17.11.2006 ab 23.00 Uhr Bollywood Spirit presents Panjabi MC Line Up: Panjabi MC / DJ Vijesh / DJ Ugin Music: Bollywood / Panjabi Music gepaart mit HipHop und R&B Location: Hühnerposten Eventlocation, Hühnerposten 1 A, 20097 Hamburg Web: www.huehner-posten.de
Eintritt: Couples10 Euro / Solo 12 Euro. Copyright - Die Clubberater
Biografie Panjabi MC
HipHop hat sich noch nie um die musikgeschichtliche Vereinbarkeit seiner Sample-Quellen geschert - solange die Energie stimmt. So mag es auf den ersten Blick nicht verwundern, wenn ein indisch-stämmiger DJ zwei Jahrzehnte nach Afrika Bambataa die Titelmelodie der TV-Serie "Knight Rider" mit Folkmusik aus dem indischen Subkontinent mischt.
Im Schmelzkessel der englisch-asiatischen Immigrantenkultur scheint alles möglich. Aber hatte auch jemand damit gerechnet, dass Millionen westlicher Popfans plötzlich zu Pandschab-Lyrics tanzen würden? Ein von indischen Geigen und Trommeln geprägter HipHop-Titel wie "Mundian To Bach Ke" weit über die Clubszene hinaus zur Partyhymne avancieren würde? Selbst Panjabi MC wurde von der Erfolgsgeschichte seines Crossover-Hits überrollt. Der Track war bereits vier Jahre alt, kursierte im Internet und machte als Independent-Release vor allem unter DJs die Runde. Dann entschloss sich 2002 das deutsche Label Superstar Recordings, die unwiderstehlich treibende Nummer zu lizensieren und mit entsprechendem Video zu vermarkten. 100 000 verkaufte Singles in nur zwei Tagen: Der Überraschungscoup in Deutschland zog Erfolge in ganz Europa und England nach sich.
Rajinder Rai, so sein bürgerlicher Name, hatte es als erster Bhangra-Musiker den Sprung aus dem britisch-asiatischen Untergrund geschafft: Majorvertrag, internationaler Vertrieb , Interview-Tourneen durch die halbe Welt. Doch was ist Bhangra? Das Wort, das bis vor kurzem selbst Radiomoderatoren nur schwer über die Lippen kam, steht für die Musik der indischen Einwandererkinder in England. Traditionell begleiten Bhangramusiker Hochzeiten, Neujahrsfeiern und andere Familienfeste. Indische Saiten- und Trommelinstrumente treffen dabei auf Keyboards und Gitarren. Erst seit kurzer Zeit mischen jugendliche Asiaten HipHop, R'nB und UK-Garage-Elemente in die jahrhundertealten Erntetänze aus der Pandschab-Region im Nordwesten des indisch-pakistanischen Subkontinents.
Rai, dessen Eltern einen Stoff- und Kleiderladen in Coventry führen, jedenfalls fühlte sich von James Brown und Bob Marley ebenso inspiriert wie von der indischen Plattensammlung seines Vaters. Wie es wohl klingen würde, all das unter einen Hut zu bringen? Mit dem Geld, das eigentlich für sein Universitätsstudium gedacht war, kaufte der 1971 geborene Einwanderersohn sich einen Sampler und begann eigene Loops zu basteln. In den frühen 90er Jahren tauften ihn seine schwarzen DJ Kollegen kurzerhand Panjabi MC - asiatische Rapper waren damals noch dünn gesät. Als Rai in der Folge begann, Bhangra mit HipHop auf Platte zu fusionieren, trug er die traditionelle Panjabi-Musik zum ersten mal über die Grenzen der eigenen Community hinaus, aus den Hinterzimmern indischer Lokale in die urbanen Clubs.
Damals zumindest ein mutiger Schritt: Panjabi MCs erste Plattenveröffentlichung "Rootz" musste er wegen eines fahrlässig gesampleten religiösen Liedes wieder vom Markt nehmen. Im Umfeld der traditionell um Ehe, Moral und die großen indischen Helden der Zeitgeschichte kreisenden Bhangramusik schien solches HipHop-Gebaren als ungeheure Provokation. Doch Rajinder Rais Karriere konnte das nicht aufhalten. Er hatte sich vom Rappen immer mehr auf das Produzieren verlegt und über Bhangra-Labels wie Nachural neun Alben und zahlreiche 12-inches und EPs veröffentlicht. Zwar fanden Bhangra-Platten nur selten ihren Weg in die offiziellen Hitparaden der Insel, doch in der eigenen Community erwiesen sie sich allemal als Bestseller. Die Lyrics von "Mundian To Bach Ke" sollten auch die Älteren versöhnen - warnt doch Panjabi MC die jungen Mädchen vor den Zudringlichkeiten des anderen Geschlechts: "Senke dein Gesicht/ und verbirg es mit einem Schal/ gib deine Liebe nicht irgendwem..."
Kaum der Stoff aus dem Sex-Drugs-and-Rock'nRoll-Träume gewoben sind. Panjabi MC, der sich seiner Doppelrolle zwischen der eigenen Community - er spielte früher auf Hochzeiten - und seinem HipHop-Image durchaus bewusst ist, verweist auf die Doppeldeutigkeiten seiner Muttersprache: "Solche Texte können eine untergründige Botschaft haben, die die eigentliche Aussage relativiert. Im Panjabi trifft da oft eine sehr komische Seite auf eine viel ernstere Bedeutung."
Die meisten Tracks von "Panjabi MC - The Album" stammen aus früheren, lange vergriffenen Veröffentlichungen oder sind eigens angefertigte Remixe. Oft waren bereits die zugrundeliegenden Originale Hits. So etwa im Falle von "Challa", einer Erfolgsnummer des populären indischen Sängers und Schauspielers Gurdaas Maan.
"Ich benutze Bhangra" so Panjabi MC, "als Ausgangsmaterial für HipHop. Meine Musik basiert auf dem Gebrauch von Plattenspielern und Samples alter indischer Platten". Andererseits habe er auch viele Livemusiker auf sein Album geladen, die die Beats mit traditionellen Instrumenten wie der großen, beidseitig geschlagenen Dhol-Trommel, oder der einseitigen Tumbi-Geige ausmalen. "Auf diese Weise versuche ich immer einen neuen Sound zu kreieren, etwas, das man so noch nie gehört hat".
Im Gegensatz zur Bollywood-Musik, dem in Hindi gesungenen, oft durch und durch süßlichen Mainstream-Pop Indiens, klinge Bhangra viel rauer und tanzbarer. Um diese Energie möglichst naturgetreu einzufangen machte sich Panjabi MC 1996 erstmals auf die Reise nach Indien: Dort nahm er mit den Musikern auf , die für ihn die Haupteinflüsse seiner Karriere darstellten. "Heute verwendet jedermann Samples von Kuldip Manak, aber damals galten Sänger wie er als beinahe unberührbare Heilige. Schon seit 10 oder 20 Jahren war Manak nicht mehr auf der Bühne gestanden. Als ich mit einem digitalen Tape zurückkam, wollte niemand glauben, dass ich seinen Gesang eingefangen hatte". Panjabi MC brachte anschließend die Stimmen mehrerer berühmter Veteranen der sogenannten Desi-Musik wie Kuldip Manak und Surinder Shinda auf der Hymne "Jind Mahi" zusammen, die bald zu einer Art Nationalhymne des Bhangra avancierte. Das dazugehörige Album "Grass Roots" beförderte den neuartigen indischen HipHop-Sound in die Autoradios, Läden und Vergnügungsstätten der Panjabi- Community von Kanada bis Kalkutta.
Der Crossover-Erfolg war nur noch eine Frage der Zeit. Schließlich konnte der 1998 erschienene Nachfolger "Legalized" bereits im englischen Mainstream-Radio gehört werden. Selbst amerikanische HipHop-Produzenten wie Timbaland klopften plötzlich bei ihren Bhangra-Kollegen an die Studiotür - und hatten wohl keine Mühe, Jay Z zu einem "Beware Of The Boys" Rap über "Mundian To Bach Ke" zu bewegen.
Hatte HipHop aus Großbritannien immer das Kleine-Bruder-Problem, schien Bhangra der Entwicklung des nordamerikanischen Rap plötzlich einen Schritt voraus: Rhythmisch komplexer. Produktionstechnisch frischer. Und von jeder Menge Pioniergeist beseelt. Die Vorarbeit hatte Panjabi MC fast im Alleingang geleistet.
Der 32-jährige glaubt, es sei "kein Zufall, dass diese Musik ausgerechnet in England entstanden ist. Viele Menschen in Amerika kommen mit den östlichen Rhythmen nicht klar, während viele Inder die westlichen Beats nicht verstehen. Wir in England sind beiden Seiten der Beats und Flows ausgesetzt".
Mit seinem neuen Album wird Panjabi MC den Klängen Indiens wohl endgültig zum Durchbruch auf dem westlichen Popmarkt verhelfen. Und uns ganz nebenbei ein paar Party-Anheizer auf Panjabi lehren: 2003 heißt es nicht mehr "Yo!", sondern "Balle balle" und "Hey aripa!" Solange die Energie stimmt.