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Deerhoof kommen am Sa. den 14.04. nach Hamburg ins Uebel & Gefährlich.


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DEERHOOF
Noch nie hat Unberechenbarkeit so viel Spaß gemacht! Deerhoof, dieses überaus sympathische Trio aus San Francisco, klingen seit 1991 immer wieder neu und unberechenbar. Dennoch erkennt man einen Deerhoof-Song nach wenigen Takten, selbst wenn man nicht seit Jahren zum harten Kern der stetig wachsenden Fangemeinde gehört. Ein scheinbarer Widerspruch?
 
Der Kontrast zwischen dem engelsgleichen Gesangs der japanischen Frontfrau Satomi Matsuzaki und den musikalischen Kapriolen der Band, ist ein augenscheinliches Merkmal Deerhoofscher Stilistik. Hiermit allein das Phänomen des Deerhoof-Sounds zu erklären, greift zu kurz.
 
Wie Deerhoof es geschafft haben, sich - absolut zeitlos und gänzlich unangefochten von schnelllebigen Musikmoden - von Album zu Album zu steigern, den Faden der Intensität und Rock-Euphorie nie reißen zu lassen, bleibt ihr Geheimnis. Der Erfolg der letzten Zeit, der Presserummel, Bekenntnisse zum Fantum von Sonic Youth, Radiohead, Beck und anderen Celebrities – das alles scheint die Band kalt zu lassen. Deerhoof bleiben still und bescheiden, widmen sich weiterhin extensiver Tourneetätigkeit und der Arbeit im Studio. Und schließlich warten sie auf mit so einem Fels von einem Album wie „Friend Opportunity“
 
Ihr neuntes Album „Friend Opportunity“ strotzt nur so von Humor und grandiosen Einfällen, die Abgeklärtheit der Postmoderne sucht man hier aber vergebens. Hier wird nicht zitiert, hier wird komponiert. Und das kompositorische Händchen dieser Truppe ist über jeden Zweifel erhaben. Keine Sekunde ihrer Schwindel erregenden Arrangements strengt an. Alles ist von einer enormen Leichtigkeit. Ihre Math- und Breitwand-Rock-Anleihen, die hymnischen Chöre, die wirbelige Perkussion purzeln wie von selbst, auf ihre Plätze. Deerhoof können noch so viele Haken schlagen – sie gießen damit nur Öl ins Feuer ihrer furiosen Rockshow. Jeder Bruch wirkt nicht als Spaßbremse, sondern als organischer Kontrapunkt im Klangbild. Und dann steht man plötzlich und taunend vor einer schlichten Ballade, dann wieder vor einem experimentellen Geräuschstück. Und alles klingt immer wie Deerhoof. Nie gibt diese Band vor etwas zu sein, was sie nicht ist.
 
Deerhoof haben mit „Friend Opportunity“ ein Album abgeliefert, das seinen Platz im Olymp der bedeutendsten Platten der Rockgeschichte einnehmen wird. Schwer vorstellbar, dass hierzu eine Steigerung möglich ist. Aber Deerhoof haben uns noch immer eines Besseren belehrt.



Deerhoof entwickeln sich tatsächlich zu einer DER Erfolgstories im Bereich der zeitgenössischen Pop-Musik. Die unwahrscheinlichste Konstellation von Leuten, die eigentlich so gut wie nichts gemeinsam haben, gründet eine Band, die wiederum eine der schwierigsten und nicht klassifizierbaren Noisemusiken der 90er Jahre abliefert und gelangt damit zu internationalem Renomme als eine der einflussreichsten und bekanntesten Bands im Indierock. Wie konnte das passieren?

 

Die Geschichte beginnt im Jahre 1991 als der klassisch ausgebildete Greg Saunier im Anschluß an sein Musikhochschulstudium nach San Francisco zieht und Drummer bei der Goth/Metal Band Nitre Pit wird. Als zwei Gitarristen dieses kurzlebigen Projekts plötzlich abspringen, befinden sich Saunier und der verbleibende Bassist Rob Fisk inmitten der Vorbereitungen zu einer Tour und haben eigentlich keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Aus reiner Not heraus entwickeln die beiden einen elastischen (elastic), hyper-expressiven Stil der ihre spärliche Instrumentierung geradezu negiert und die Band Deerhoof wird geboren.


Obwohl nur wenige Leute zu den ersten Shows kommen, eilt Deerhoof bald der Ruf einer der wildesten und aufregendsten Undergroundbands im Bay Area Umfeld voraus, was nicht zuletzt auf den extrem eigenen Schlagzeugstil von Greg Saunier zurückzuführen ist. Der entscheidendste Auftritt der Band in ihrer Anfangsphase wird ironischerweise ein Konzert auf dem Yo Yo A Go Go Festival in Olympia, WA im Jahre 1995 inmitten von einem Line-up aus „Love Rock“ Bands: das Publikum ist unmittelbar polarisiert von Deerhoofs unkontrollierter Wildheit, darunter auch der Gründer von Kill Rock Stars: Slim Moon erkennt sofort, dass hier etwas besonderes passiert und nimmt Deerhoof unter Vertrag. Das Duo verfügt über kein Budget, aber Saunier hat sich Aufnahmetechnik selbst beigebracht und Fisk hatte sich lange genug mit Zeichnungen magischer Waldgestalten beschäftigt. Kill Rock Stars Do-It-Yourself Ethik wird zum perfekten Gegenüber und  gemeinsam veröffentlichen sie kurzerhand die erste 7 inch Return of the Wood M'Lady.

Zum Zeitpunkt der Singleveröffentlichung spüren Saunier und Fisk bereits die erste Welle kreativer Rastlosigkeit, die charakteristisch für Deerhoofs gesamte Karriere sein wird. Da sie ihren Proberaum verloren haben, üben sie jetzt in der Küche, Saunier spielt die Drums mit Essstäbchen und Fisk seinen Bass mit einem Kuhhuf, der nebenbei auch gleich noch als Kauspielzeug für seinen Hund herhalten muss. Sie brauchen einen Sänger, da ihre Instrumentalakrobatik es nicht erlaubt die melodischen Gesangsideen, die sie gerade entwicklen, selbst umzusetzen und in den Bandsound zu integrieren. Durch gemeinsame Freunde treffen Sie auf Satomi Matsuzaki, die gerade von Tokyo nach San Francisco gezogen ist. Sie hat keinerlei musikalische Erfahrung aber ist ehrlich genug anzumerken, dass Deerhoof mit ihr auch keine schlechtere Band wäre und befindet sich schon eine Woche später auf Tour mit der Band.

Als 1997 ihr erstes Album The Man, the King, the Girl erscheint, wird offensichtlich wie gross der stilistische Abstand zu ihrer ersten Singleveröffentlichung inzwischen geworden ist. Über den rauhen, wirbelnden, scheinbar improvisierten Noise, singt Matsuzaki in einer ruhigen, engelsgleichen Stimme, deren Humor entwaffnend wirkt und eine unbeschreibliche Spannung schafft, die bis heute eines der Markenzeichen von Deerhoof geblieben ist. Die ersten Andeutungen, dass Deerhoof auch Popsongs schreiben können, hört man auf diesem Album. In den Folgejahren bringt sich Matsuzaki das Bassspielen bei und die Band tourt mehrfach durch die USA. Das Publikum bleibt oft fasziniert und gleichzeitig verwirrt zurück – Deerhoof ist zu sehr „Pop“ für das Noisepublikum und zu sehr „Noise“ für das Poppublikum.

Die beiden Folgealben Holdypaws und Halfbird, lassen eine kompositorische Weiterentwicklung erkennen, die Instrumentierung wird feiner und ausgewogener und stellt sich neben ihre bescheidenen DIY Aufnahmemethoden. Die Verkaufszahlen sind niedrig, Band wie Label verlieren Geld und Deerhoof scheint das Schicksal vieler Bands zu ereilen, im Dunkeln zu verschwinden. Nur wenige hätten zu diesem Zeitpunkt vorhersehen können was weiter passiert.

1999 verlässt Rob Fisk die Band. Gezwungenermassen stehen Deerhoof wieder vor einem Scheideweg aber sie lassen sich nicht abschrecken. Saunier und Matsuzaki finden unverhofft Ersatz im Gitarrenvirtuosen John Dieterich und fangen mit der Band letztlich von ganz vorne an. Sie verbringen ganze 2 Jahre damit einen neuen Ansatz zu entwickeln, wie sie Songs schreiben, spielen und aufnehmen. Das Ergebnis dieser Arbeit wird Reveille, und zur Überraschung aller Schwarzseher gelingt es Deerhoof mit diesem Album die kritische Musikpresse zu überzeugen.

Ende 2002 hat es Deerhoof bereits auf eine Vielzahl von Best-Of Listen geschafft, mit neuem Selbstvertrauen und einer Wildheit, die quasi aus dem Verzweiflungsmoment entstanden sind. Viele Indierocker haben sich in die unglaublich süße Stimme von Matsuzaki und ihre unvergesslichen Hooklines verliebt. Obwohl Deerhoof tief im Inneren ganz die alte Band geblieben sind, zeigt ihr Stil, der bisher eher als sonderbar galt, heroische, ja geradezu prophetische Züge.
Mit der Grösse und den dichten Arrangements der eigenen Songs im Blickfeld, kommt Chris Cohen als weiteres Mitglied für Deerhoofs erste grössere internationale Tour hinzu. Die Vielzahl weiterer internationales Auftritte festigt ihren Ruf als Liveband, mit der früher eher schüchteren, inzwischen jedoch sehr bestimmten Matsuzaki als Frontfrau und dem virtuosen, nahezu telepathischem Zusammenspiel von Saunier, Dieterich und Cohen.  Deerhoof veröffentlichen die Eigenproduktionen Apple O’ sowie Milk Man in überraschend kurzem Abstand. Beide Alben erhalten jeweils mehr Aufmerksamkeit, Airplay und schaffen weitaus grössere Verkaufszahlen als ihre Vorgänger.
 
Die Band, immer bescheiden und unermüdlich im Mietwagen quer durch die Länder unterwegs, ist dankbar auf ein gleichsam abenteuerlustiges Publikum zu treffen. Die Presse kämpft damit, die quecksilberartigen Bewegungen von Deerhoof mit Klassifizierungen und einer Vielzahl an Vergleichen mit anderen Bands in den Griff zu bekommen. Aber mit Deerhoofs Hang , mit jedem neuen Album Tabus und vor allem bisher kaum erkannte Tabus zu brechen, erscheint die unerhörte musikalische Weitsichtigkeit der Band mit jeder Veröffentlichung schwerer zu fassen und alle Versuche einer Kategorisierung laufen ins Leere. Zur großen Freude aller Fans.
Ihr nächstes Album wird ihr ehrgeizigstes Projekt und schafft es wie kein anderes ihrer Alben bisher, Deerhoof sowohl im Mainstream zu verankern, als auch ihrem Ruf als musikalische Erneuerer und Trendsetter gerecht zu werden. Mit der Veröffentlichung von The Runners Four in 2005, gilt Deerhoof plötzlich in weiten Kreisen als die einizigartige, große Band, als die sie bei ihren ersten Fans schon von Anfang galt.  Wie zur Bestätigung dieses Sachverhalts wird die frühe und neue Musik Deerhoofs als Soundtrack für Dedication ausgewählt, das Regiedebut von Justin Theroux mit Billy Crudup und Mandy Moore in den Hauptrollen, das 2007 in die US Kinos kommt. In einer anderen quasi surealistischen Begegnung gelangte ihr Album Milkman im Oktober 2006 zu einer Aufführung durch das Grundschulballett der North Haven Community School in Maine, USA.


2006 waren sie als Headliner für New Yorks bestbesuchtes kostenloses Openair Konzert in allen Schlagzeilen der Musiknachrichten zu finden. Sie waren die Backing Band für Danielson’s erfolgreiches Album Ships und Saunier war als Produzent für das Album The Air Force von Xiu Xiu engagiert. Gleichzeitig wurden sie höchstpersönlich als Support für die begehrtesten Tourneen letzten Sommers gebucht: Radiohead sowie The Flaming Lips.
Irgendwo dazwischen sind sie an einer weiteren Kreuzung angekommen da Cohen Deerhoof inzwischen verlassen hat und sich auf seine eigene Band The Curtains konzentriert. Dadurch kehren Saunier, Matsuzaki und Dieterich wieder zum alten Lineup von Reveille zurück, dem gleichen leeren Zeichenbrett, das schon bisher eine große Inspirationsquelle für Deerhoof war...


The Runners Four was a  “Paste Pick ” on CNN on Tuesday, October 11, 2005.

“Miraculous....AA defining statement.... Deerhoof is one of the most original rock bands to have come along in the last decade.....The Runners Four is, yet again, the band'ss best work.”
TIMES

“the best band in the world”
PITCHFORK

“downright epic …With  The Runners Four , Deerhoof has forged yet another delightfully odd pop gem, multifaceted and sparkling with creativity.””
PASTE

“San Francisco’s Deerhoof is the arena-rock of the indie scene”
BUST

“Ace ”
NME

“absolutely delicious”
TEENPEOPLE.CCOM

“This, the band ’s eighth album, is extra ambitious: the sprawling, swooping Runners soldiers on, seemingly inex-
haustibly, through 20 fuzztinged tracks.””

WEEKLY

“extraordinary.....TThey say  Runners Four is simply ‘about real life ’,but we think it ’s larger than that..... Full of no-nnonsense brilliance and vision, dangerously addictive. ”
“best band in the Bay Area.....aa group that has smarts, spirit, and guts to spare”

GUARDIAN

“A perfect album”
SPIN

“World ’s Best Live Band ”
OUT.NEW.YORK

“Their surrealist counterpoint is as sharp as ever, everything seems misshapen but fits perfectly in with everything else, the two guitars engage in deadly knife fights with each other, and all is odd and beautiful. ”
SALON

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